An(ge)dacht im Januar


Gott spricht: „Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst. „

(Offenbarung 21,6)

Wasser – jeder Mensch braucht es: als Getränk zum Leben, als Dusche zur Hygiene, im Schwimmbad für Spaß und Entspannung oder auch in der Gießkanne zum Gießen von Pflanzen. Für uns ist es ganz normal immer und überall auf Wasser zugreifen zu können. Wie oft wir sauberes Trinkwasser brauchen und wie wichtig es in unserem Lebensalltag ist, merken wir meist erst, wenn die Leitung mal für ein paar Stunden abgestellt wird. Frisches, sauberes Trinkwasser ist in unserer Gesellschaft eine Selbstverständlichkeit.

Foto: GabrielaNeumeister/pixelio.de


In vielen anderen Ländern unserer Welt ist das nicht so. Nach aktuellen Studien müssen mehr als eine halbe Milliarde Menschen Tag für Tag ohne sauberes Trinkwasser auskommen. Der Kampf um’s Wasser ist für sie ein Kampf um’s Überleben. Stundenlang stehen Menschen an Brunnen an, um ihr Gefäß mit Trinkwasser füllen zu können und ihren Durst und den alltäglichen Wasserbedarf stillen zu können. Im Vers aus der Offenbarung, welcher als Jahreslosung für 2018 gewählt wurde, geht es auch um Durst bzw. um das Verlangen nach Wasser. Für mich spricht der Text vom Verlangen nach Leben in all seinen Facetten. Wir Menschen sind alle durstig nach Leben. Dieses Verlangen versuchen wir auf unterschiedlichen Arten zu befriedigen – die einen versuchen ihren Lebensdurst in Familie und Beziehung zu stillen, die anderen durch Karriere und einen vollen Terminkalender. Manche haben eine Leidenschaft für eine bestimmte Ernährungsweise, andere fühlen sich von spirituellen Angeboten getragen. Wieder andere führen einen Lebensstil voller Action und Spannung, andere fühlen sich in einem harmonischen, ruhigen, behütetem Leben wohl. Doch das Verlangen nach Leben – ganz egal, wie dieses gestaltet ist – verbindet uns alle. Dieser Lebensdurst bzw. die Freude am Leben ist lebensnotwendig, genau wie Wasser! Doch erst wenn unsere einst freudig sprudelnden Quellen versiegen oder verschmutzen, wenn Beziehungen scheitern oder die Gesundheit bei Action, Sport und Spannung nicht mehr mit macht, regt sich in uns die Frage nach einer neuen, sicheren Lebensquelle. Ich mache mir in solchen Situationen oft Gedanken über den Sinn des Lebens und suche nach einer Kraft, die mich trägt und mir Halt gibt.

Gott weiß um unseren Lebensdurst. Er möchte dieses Verlangen stillen als eine lebendige Quelle, die nie versiegt. Darauf dürfen wir vertrauen, denn er ist die Quelle, die weiß, was jeder einzelne von uns braucht.
Für mich heißt das nicht, dass man stundenlang beten muss, um diese Kraft zu spüren. Allein die Gewissheit, dass ich nicht alleine bin und dass ich getragen bin, baut mich in vielen Momenten der Hilflosigkeit und der Suche wieder auf.
Gott ist in unserem Leben dabei – bei Erfolgen und beim Scheitern, bei Freude und bei Leid. Der eine spürt diesen Segen vielleicht in Momenten der Ruhe, der andere in Momenten der Gemeinschaft.
Für das kommende Jahr wünsche ich Dir, dass Du diese Zusage Gottes immer wieder spüren kannst, dass du einen inneren Frieden findest und erfährst, dass Gott Leben in all seinen Facetten schenken kann.