An(ge)dacht im November

Vorstellung.

Nervös setze ich meinen Fuß in die Türe. Meinen Händen versuche ich den Weg in die Hosentaschen zu verwehren. „Das sieht sonst unsicher und unhöflich aus“, mahne ich mich und zwinge mich, locker zu bleiben. Ich atme noch einmal tief durch und spüre, wie die Aufregung in mir hochsteigt.

Alle sehen mich an, als ich den Raum betrete. Schweigen. Ich räuspere mich verlegen und stelle mich vor. „Hallo, ich bin der Neue, und ich freue mich darauf, mit euch zu arbeiten.“ Meine Stimme klingt etwas unsicher, aber freundlich.

„Natürlich machst du einen guten Eindruck“ sage ich zu mir selbst. Ich gehe ja nicht unvorbereitet hierher, sondern zeige mich von meiner besten Seite. Gestern war ich noch beim Friseur, ich hab’ ein frisches Hemd angezogen und meine Schuhe geputzt.

Erwartungsvoll schaue ich in den Raum, aber niemand sagt etwas. Jemand runzelt mit der Stirn.

 

„Warum schauen alle so misstrauisch? Was für ein Problem habt ihr mit mir?“ rast es durch meinen Kopf.

 

Blitzartig fällt es mir wieder ein. Innerlich zucke ich zusammen. Es scheint meine Hautfarbe zu sein. Ich weiß nicht, warum die immer alle verunsichert.

 

„Verdammte Vorurteile…“ murmel ich in mich hinein, „nur weil man sich jeden Morgen grün anmalt, ist man noch lange nicht verrückt…“

 

Peace out – Felix Prechtel

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